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23. Mai 2015
Schabat - 5. Siwan 5775 - christlicher Schabat HaGadol - Ehering von links nach rechts vertauscht

Das Erlebnis mit meinem Ehering, den ich nun an der rechten Hand trage, ist ein eigener Tagebucheintrag wert.

Während meines Gebets im stillen Kämmerlein - ich habe eine eigene kleine Liturgie entwickelt - passiert einmal mehr etwas Außergewöhnliches. Zum Abschluss des 'Unser Vater' erhebe ich mich von den Knien und strecke meine Arme in die Höhe für die Doxologie, die bekanntlich nicht mehr zum eigentlichen 'Unser Vater' gehört. Sofort anschließend singe ich ein leicht geändertes Lied aus der Hauskreiszeit in Zürcher Mundart:

"HERR ich tanke DIR, dänn DU bisch so guet zu mir,
Dini Gnad, Dini Waret händ käs Änd;
Drum nimm mich ganz für Diich, und bruuch mich für Dis Riich;
Lass d'Mänsche gseh, DU bisch no de Gliich!" ...

... "wie im brennenden Dornbusch von Mose", füge ich unmittelbar an. 'DU bist unerforschlich, unergründlich, unerklärlich, unbegreiflich.' 'Eh'yeh ascher eh'ye - ICH will sein, der ICH sein will!'

'DU Unbegreiflicher hast mich ergriffen an meiner rechten Hand.' In meiner Fantasie stelle ich mir das jeweils als ein Umgreifen Jahwehs meines Oberkörpers vor und halte mit meiner linken Hand meine rechte. Ich bin ja der Arm Gottes.

Heute halte ich mit meiner rechten Hand die linke, merke das aber erst nach einer Weile, wie mir die linke Hand wegen meines Eherings weh tut. Ohne Überlegung wechsle ich den Ehering von der linken auf die rechte Hand, wo er jetzt festsitzt und sich nicht mehr bewegen lässt. Die Deutschen tragen bekanntlich den Ehering auch rechts.

Ich bin verwirrt und muss die Sache erst einmal überschlafen und prüfen, ob ich den ganzen Tagebucheintrag löschen soll, oder ob er 'Hand und Fuß' hat.

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Es ist jetzt 23h45. Der erste erholsame Schlaf liegt hinter mir. Ich fühle mich geistig präsent.

Die Verwirrung ist gewichen. Der Ehering auf meinem rechten Ringfinger ist eine Tatsache. Er sitzt so fest, dass, glaube ich, ich den Finger am Ring ausreißen könnte, wenn ich genug risse. Für mich ist klar, dass ich den Tagebucheintrag nicht lösche, sondern stehen lasse.

In Zukunft wird also der gedacht linke Arm Jahwehs, der sich um meinen Rücken legt, auf meine rechte Hand treffen und diese samt Ehering umfassen, wie die Hände der Deutschen. Meine Ehe ist somit quasi unter der Kontrolle Jahwehs. Ihr kann nichts außer dem Willen Jahwehs passieren. Meine Frau wird das akzeptieren müssen, ob sie will oder nicht!

Bei den Deutschen war das schon so während der Schoah, womit klar ist, dass die Schoah von Gott gewollt war. Gott hatte die deutschen Juden gerichtet, gleichzeitig aber, kurz nach Kriegsende, den israelischen Staat errichtet. So unerforschlich sind im Voraus die Wege Gottes!

 
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