DE | EN
Alle Tagebucheinträge

Tagebuch

 


09. März 2017
jom chamischi - 11. Adar 5777 - Donnerstag - 2 neue Bekanntschaften

Gegenüber meinem bevorzugten Ruhepunkt auf einem Stuhl unter einer "Palme", sprich Gummibaum, sitzt eine junge Frau. Auf meine Frage, ob ich sie störe, wenn ich mich ihr gegenüber niederlasse: "Im Gegenteil", sie habe mich gestern Abend schon an diesem Platz gesehen. Sie stellt sich als Mirjam vor, eine junge Ärztin, freiwillig hier, die mit ihrer Situation, seit sie im Februar die Tochter eines Südamerikaners geboren hat, nicht mehr zu Rande kommt. Sie sei in einer sehr christlichen Familie aufgewachsen und als Zweitälteste in die Fußstapfen ihres Vaters getreten, der sich als Arzt ganz seiner Praxis gewidmet und die Erziehung der Kinder weitgehend ihrer Mutter überlassen habe. Unsere Familien haben gewisse Ähnlichkeiten, abgesehen davon, dass ich der Jüngste bin, wie meine Frau auch die Jüngste ist, und meine Frau und ich aus einer Arbeiterfamilie stammen.

Mirjam ist Feuer und Flamme und überzeugt, dass wir von einander profitieren können. Auf meine Bemerkung, dass meine Verlegung ins Parterre vorgesehen sei, wischt sie mit einer Handbewegung beiseite. Dann komme sie eben ins Parterre, mich aufzusuchen.

 

Am Vorabend war eine junge Frau per "FU" (fürsorgerische Unterbringung) eingeliefert worden. Sie stellt sich mir als Pilotin eines 100-plätzigen 4-Strahlen Flugzeugs vor, die von einem Psychopathen verfolgt werde, der sie kaputt machen möchte. Sie sei sicher, dass sie mir kürzlich mit meinem Sohn in Zürich gesehen habe, und dass ich ihr vielleicht helfen könne. Aus ihren Taschen kramt sie allerlei Schutzpatronenbildchen hervor, sowie zwei angerostete Plaketten. Ob ich ihr erklären könne, was diese bedeuteten? Auf dem einen Täfelchen erkenne ich die 'eiserne Jungfrau' aus der Kyburg und auf der andern Christophorus mit dem Jesuskind auf der Achsel, beim Überqueren eines Flusses.

Als Jugendlicher hatte ich ungeheuren Respekt vor der eisernen Jungfrau. Zusammen mit Freunden war ich einmal von Wetzikon nach der Kyburg geradelt.

Dann erkläre ich der Frau, dass mein Sohn Christoph als Christophorus mein Nachfolger zu werden berufen sei und als solcher vom Christentum zu retten habe, was noch zu retten sei.

 
icon Übersetzer gesucht
icon Seite drucken   icon Tagebuch RSS