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Alle Tagebucheinträge

Tagebuch


22. Oktober 2012
Montag – Kfar Yehoshua

In der Oktober Ausgabe von „Israel Heute“ lese ich eine Reportage über eine „Mut zur Stille“-Kur am Toten Meer. Von dort wurden Ausflüge unternommen, unter anderen in die Negev Wüste nach Nitzanah, wo der Israel Heute-Weinberg besucht wurde. Dieser ist dem „König Messias“ geweiht.

Wie ich mit Hilfe von Google Earth Nitzanah suche, wechselt die Anzeige plötzlich auf Kfar Yehoshua. Zuerst bin ich der Meinung, dass dieses Dorf bei Nitzanah liege, merke aber etwas später, dass es sich in relativer Nähe von Nazareth befindet, fast 200 km nördlich von Nitzanah. Wieder einmal eine Erscheinung meines Esels!

Dieses Bild des Weinbergs Nitzanah stammt aus dem online Magazin "Israel Heute", Oktober 2012.


20. Oktober 2012
Schabat – niemand muss aufschrecken

Kurz nach Mitternacht weckt mir Gott mein Ohr, zu hören wie Jünger hören (Jesaja 50,4). Das interne Los stammt aus 3. Mose 26,6a:

ונתתי שלום בארץ ושכבתם ואין מחריד

„Und ICH(JAHWEH) werde Frieden im Land geben, und ihr werdet schlafen und niemand schreckt auf ...“
(Eigenübersetzung)

Das Wort gilt für das Volk Gottes und stammt aus dem Segen am Berg Sinai. Der Segen ist zeitlos und gilt, wenn das Volk den Willen Gottes tut.


19. Oktober 2012
Freitag – Zion

Die Tageslosung der Herrnhuter Brüdergemeine und mein internes Los passen heute perfekt zueinander. Es geht um die Endzeit, in der Zion eine Schlüsselrolle spielt. Entgegen dem Losungsbüchlein gebe ich auch den „unterschlagenen“ ersten Teil von Joel 2,1 wieder:

תקעו שופר בציון והריעו בהר קדשי ירגזו כל ישבי הארץ כי-בה יום-יהוה כי קרוב

„Stoßt ins Schofar in Zion und erhebt ein Geschrei auf Meinem heiligen Berg! Alle Bewohner des Landes sollen beben, denn es kommt der Tag Jahwehs, denn nahe ist er.“ (Eigenübersetzung)


Dazu mein internes Los in Jesaja 60,1:

קומי אורי כי בה אורך וכבוד יהוה עליך זרך

„Stehe auf! (Zion) Leuchte! Denn dein Licht ist gekommen, und Herrlichkeit Jahwehs ist über dir aufgestrahlt.“
(Eigenübersetzung)

Dazu passend ist auch das Lied 855 im Kirchengesangbuch. Ich zitiere die fast identischen Verse 1+10. Der Unterschied liegt zwischen dem „Elend“ und dem „Wohl“:
1.:
„Der Herr bricht ein um Mitternacht; jetzt ist noch alles still. O Elend, dass schier niemand wacht und ihm begegnen will.
10.:
Der Herr bricht ein um Mitternacht; jetzt ist noch alles still. Wohl dem, der nun sich fertig macht und ihm begegnen will.“


17. Oktober 2012
Mittwoch – aus dem Feuer gezogenes Holzscheit

Um 3 Uhr weckt mir Gott mein Ohr, zu hören wie Jünger hören (Jesaja 50,4). Während einer Stunde sättige ich mich an der Erscheinung Gottes (Psalm 17,15). Dann erhebe ich mich, um mich nach der Morgentoilette Gott in meiner täglichen Liturgie hinzugeben. Um 6 Uhr, nach Verarbeitung der Tageslosung, kommt beim Hebräischstudium der Schlaf wieder über mich. Ich lege mich nochmals hin und verfalle in einen zweistündigen Tiefschlaf. Ein Traum schreckt mein Gewissen. Ich lasse mich von einer Frau gern zu einem Zungenkuss verführen und bin aktiv beteiligt.

Während des morgendlichen Spaziergangs, mit einer verschneiten gewaltigen Bergkulisse im Hintergrund, kommt das Geschehen in mir hoch. Aber nicht nur das Negative kommt mir in den Sinn. Ich erinnere mich daran, dass ich – Jehoschua - ein aus dem Feuer gezogenes Holzscheit bin. Ich warte aktiv darauf, dass mir meine schmutzigen Kleider abgenommen werden; dass sich Sacharja 3 erfüllt.


13. Oktober 2012
Samstag – Schabat – Gott ist Schöpfer der Finsternis

Vor 2 Uhr hat mir Gott das Ohr geweckt, zu hören wie Jünger hören (Jesaja 50,4). Das interne Los ist auf Jesaja 45,6b+7 gefallen:

אני יהוה ןאין עוד יוץר אור ובורא חשך עשה שלום ובורא רע אני יהוה עשה כל-אלה

„Ich bin JAHWEH und keiner sonst; Bildner des Lichts und Schöpfer der Finsternis. Ich mache Frieden und erschaffe Böses. Ich, JAHWEH, tue das alles.“ (Eigenübersetzung)

Am Vorabend war ich an einem Vortrag eines jüdischen Ehepaars aus der Ukraine; sie Leiterin einer Suppenküche und er verantwortlich für die lokale Synagoge. In der anschließenden Fragestunde wurde deutlich, dass beide messianische Juden sind, mit einem klaren Auftrag an den bedürftigen Juden vor Ort. Im Vortrag wurde auch der riesige Unterschied zwischen dem „reichen“ Westen und der dortigen Armut klar.
 

In der Paraschah (Wochenlesung aus der Torah) der kommenden Woche ist Noah an der Reihe. Zu seiner Zeit herrschten Zustände wie heute bei uns. Vers 11 im 1. Mosesbuch, Kapitel 6 habe ich wie folgt übersetzt: „Die Erde war aber verdorben vor Gott und erfüllt war die Erde mit Frevel.“

Dazu Matthäus 24,36-39 (Schlachter Bibel 2000):
36 Um jenen Tag aber und die Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, sondern allein mein Vater
37 Wie es aber in den Tagen Noahs war, so wird es auch bei der Wiederkunft des Menschensohnes sein
38 Denn wie sie in den Tagen vor der Sintflut aßen und tranken, heirateten und verheirateten bis zu dem Tag, als Noah in die Arche ging
39 und nichts merkten, bis die Sintflut kam und sie alle dahinraffte, so wird auch die Wiederkunft des Menschensohnes sein

Mir ist es schleierhaft, wie die heutigen Menschen den wiederkommenden Messias erkennen sollen. Gott allein weiß es. Die Zeit steht unmittelbar bevor.


1. Oktober 2012
Montag – 1. Tag Laubhüttenfest – Gewalt

Laut Jerusalem Post hat es in Jerusalem in der vergangenen Nacht gestürmt und geregnet. Das ist gemäß Rabbi Benny Lau ein sehr außergewöhnliches Ereignis, was dieser in seinem Leben noch nie erlebt hat. Der Rabbiner glaubt, dass es mit göttlichem Zorn in Verbindung steht.

Er ortet das Problem in den zwischenmenschlichen Beziehungen. Insbesondere müssten diese von weniger Gewalt gekennzeichnet sein.

Im Zusammenhang mit Gewalt ist mir die Doxologie zum Unser Vater in den Sinn gekommen. Ich habe die hebräische Version (Grundlage Aramäisch) wie folgt übersetzt: „Denn von Dir ist es, das Königtum, und die Gewalt und die Herrlichkeit, in alle Ewigkeiten, Amen.“

Gewalt ist mir nicht fremd. (Traum vom 3. Mai 2012)

 

Ich persönlich habe meine eigene Version für den göttlichen Zorn am 1. Tag des Laubhüttenfestes 2012. Mir kommt es wie eine kleine Vergeltung vor, dass ich für das Laubhüttenfest 2012 „keinen Platz in der Herberge“ gefunden habe. (17. Juli 2012)

 

Vor einem Jahr, am 1. Tag des Laubhüttenfestes 2011 hatte ich die Tageslosung der Herrnhuter Brüdergemeine (Sacharja 9,9) für mich beansprucht:

„Frohlocke sehr, Tochter Zion!
Juble, Tochter Jerusalem!
Siehe, dein König will zu dir kommen.
Gerecht und siegreich ist er;
demütig, und reitet auf einem Esel
und auf einem jungen Esel,
einem Eselinnen-Jungen.“

(Eigenübersetzung)

 

An meinem Willen fehlt es nicht. Nur ist offenbar die Zeit noch nicht reif.


26. September 2012
Mittwoch, Traum vor 5 h 30 – Sexualität, Gabe Gottes

Nach langen Jahren begegne ich meinem besten Jugendfreund in einer Familienfreizeit oder ähnlich. In einem großen Familienbund besuchen wir ein Hallenbad. Es herrscht ein großer Andrang, weil das Wetter heiß ist. Kein einziges Garderobenkästchen ist mehr frei. Ich bringe Portemonnaie und Schlüsselbund an die Rezeption. Jemand von der Familie sammelt die Wertgegenstände, um sie gemeinsam zu deponieren.

Ich bin nackt, ohne dabei ein Problem zu haben. Dann, als ich in die Nähe eines jungen Mädchens komme, versteift sich mein Glied. Mir ist das peinlich. Ich setze mich, bücke mich nach vorn und umfange mit den Armen das steife Glied, um es zu verstecken. Es ragt aber oben heraus und meine Frau fragt mich, ob sie mir ein Schächtelchen besorgen soll, was ich nicht will.

Wesen:
Familienverbund im Hallenbad.
Meine Nacktheit ist mir kein Problem. In der Nähe eines Mädchens versteift sich mein Glied. Sitzend verstecke ich es hinter den Armen. Meine Frau möchte mir ein Schächtelchen besorgen, aber ich will nicht.

Sinnbild:
Der Familienverbund ist mir wichtig. Ich hatte meine Frau seinerzeit auch wegen ihrer Sippe geheiratet. Die Nacktheit ist kein Problem für mich, aber meine Sexualität drängt mächtig, was ich nicht zulasse. Meine Frau möchte mir zu Hilfe kommen. Ich will nicht, weil es meines Erachtens nicht die richtige Hilfe ist. Meine Frau ist das Mädchen.

Anruf:
Die Sexualität ist eine Gabe Gottes! Man muss sie aber richtig leben.


25. September 2012
Dienstag - weitere Reaktion des Theologen

„mit Interesse habe ich die Würdigung des Kairos Papiers durch Stefan Meissner zur Kenntnis genommen. Im Gegensatz zu vielen anderen Kritikern anerkennt er verschiedentlich die Last der Besatzung und distanziert er sich von den fanatischen Siedlern. Ich vermisse jedoch, dass er auch sieht, dass die Verfasser des Kairos Papiers betonen, dass sie zu einem Zusammenleben mit den Juden bereit sind und dass sie die Hand zur Versöhnung ausstrecken. Wenn das Land nicht beiden Völkern gehört sondern betont wird, dass es (nur) den Juden verheissen sei – wohin sollen denn die Palästinenser transferiert werden?
Wenn sich das Papier der amerikanischen Rabbis zu Recht gegen Terrorismus wehrt – müsste nicht auch selbstkritisch eingestanden werden, dass der heutige Staat Israel auch durch Terrorismus entstanden ist – King David Hotel, Deir Yassin…?
1.Kor 15,28 blickt voraus auf das Ende, das noch bevorsteht, nicht zurück auf einen Zepterwechsel. Noch warten wir darauf, dass auch der letzte Feind, der Tod vernichtet sein wird (V.26).“

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(Bezüglich 1. Korinther 15,28 bin ich, Jehoschua, einverstanden. Ich habe auch nichts anderes gesagt und gemeint. Ja, der Zepterwechsel steht noch bevor.)


25. September 2012
Dienstag – meine weitere Antwort

„Schön, dass Du das ‚Unser Vater’ ernst nimmst. Es ist aber an den Himmlischen Vater gerichtet und nicht an Jesus. Auch ich bete die Doxologie des Unser Vaters (die hebräische Fassung gefällt mir besonders gut) mit Überzeugung.

Ich verstehe 1. Korinther 15,28 als eigentlichen Zepterwechsel:
"Wenn ihm aber alles unterworfen ist a), dann wird auch der Sohn selbst dem unterworfen sein, der ihm alles unterworfen hat b), damit Gott alles in allem A sei c)."
A) o. allen    a) Eph 1,10; Phil 3,21   b) Kap. 11,3   c) Eph 4,6    (Revidierte Elberfelder Bibel)
Das spricht nicht gegen die Hoffnung, dass Herrschaft, Gewalt, Macht und der Tod zunichte gemacht werden. Gott ist es, der das alles wirken wird und nicht Jesus.

1. Korinther 15,34: "Werdet rechtschaffen A nüchtern B und sündigt nicht a)! Denn manche sind in Unwissenheit über Gott; zur Beschämung sage ich es euch b)."
A) o. in rechter Weise B) o. Wacht ... auf   a) Ps 4,5; Eph 4,26   b) Kap. 6,5   (Revidierte Elberfelder Bibel)

Ich warte auf einen eigentlichen Paradigmenwechsel wie vor 2000 Jahren, als Jesus zum ersten Mal auf die Erde kam.

Ich habe mir das Kairos-Papier ausgedruckt und näher angeschaut. Eine differenzierte Würdigung, wie z.B. die von Stefan Meißner verfasste, traue ich mir persönlich aber nicht zu. Da ich weiß, dass das Papier umstritten ist, habe ich mich im Internet umgeschaut. Als Berufener an den Juden interessiert mich natürlich besonders, was diese sagen. Ich bitte Dich nun meinerseits folgenden Link zur Kenntnis zu nehmen: http://www.christen-und-juden.de/html/kairos_rebuttal.htm

Die Schlusserklärung, übersetz von Stefan Meißner, gebe ich hier wieder:
Daher erklärt die Central Conference of American Rabbis:
- Das Kairos-Papier ist ein sachlich, theologisch und moralisch mangelhaftes Dokument.
- Die Konferenz besteht darauf, dass es die ausdrückliche Enterbungstheologie und der inhärente Antisemitismus des Kairos-Dokuments unmöglich machen, dass dieses einen legitimen Rahmen für den interreligiösen Dialog und das gegenseitige Verständnis darstellt.
- Sie erkennt dankbar an, dass das Kairos-Papier das palästinensische Volk dazu aufruft, "den Hass abzulehnen“ (wie wir alle es tun müssen), um das christliche Gebot, „den Feind wie den Freund zu lieben“, zu erfüllen und Widerstand durch die „Achtung des Lebens " zu leisten, wie es die zitierten christlichen Schriften verlangen.
- Sie fordert die Autoren des Kairos-Papiers auf, der Liebe und der Achtung des Lebens gerecht zu werden, der sie sich anschließen, sowie genau derjenigen Schriften, die sie zitieren, indem sie die unterschiedslose und gezielte Ermordung israelischer Männer, Frauen und Kinder als unmoralisch und unchristlich ablehnen.
- Sie betont noch einmal, dass solche Mordtaten, sei es als Racheakte oder mit der fadenscheinigen Bezeichnung "rechtmäßiger palästinensischer Widerstand", in Wirklichkeit Terrorismus sind, der von allen Menschen auf der Welt mit Gewissen als ein unakzeptables Instrument zur Erreichung politischer Ziele angeprangert werden müsste.
- Sie hält fest, dass das Recht des jüdischen Volkes auf nationale Souveränität innerhalb des Landes Israel in erster Linie etabliert wird, nicht durch subjektive religiöse Überzeugung oder fundamentalistische Lektüre der hebräischen Bibel, sondern durch ein Jahrtausend der nationalen Existenz und Zivilisation im Land, gefolgt - sogar im Exil - von nahezu zwei Jahrtausenden ungebrochener körperlicher und geistiger Unterstützung für und Sehnsucht nach dem Land.
- Sie kennzeichnet die Behauptung als theologisch scheinheilig und historisch unehrlich, dass die historische Gegenwart des palästinensischen Volkes im Land sein Recht auf Rückkehr begründe, während zugleich die historische Gegenwart des jüdischen Volkes, die 3000 Jahre zurückdatiert, nicht eben das gleiche Recht begründet.
- Sie fordert die Christen von Treu und Glauben auf, die Komplexität des israelisch-arabischen Konfliktes zu erkennen, der verkompliziert wird durch territoriale Streitigkeiten, durch konkurrierende Inanspruchnahmen als Heiliges Land, durch das Leiden der Palästinenser sowie durch palästinensischen Terror; und der nicht reduziert werden darf, wie es die Autoren des Kairos-Papiers tun, indem sie behaupten, dass die Sache des jüdischen Volkes falsch sei, während die palästinensische Sache vollständig gerecht ist;
- Sie fordert alle auf, die das Kairos-Papier gebilligt haben, einen tieferen Blick in seine Worte zu werfen und ehrlich in ihre eigene Seele zu blicken und das fehlerhafte und verzerrte Bild der Wirklichkeit zu erkennen, das es zeichnet, und ihm abzuschwören.
- Sie stellt fest, dass die CCAR ernsthaft darüber nachdenken würde, bevor Sie unsere gemeinsame Sache mit irgendeiner Kirche oder kirchlichen Organisation fortfahren würde, die das Kairos-Papier billigt oder fortfährt es zu billigen.
- Sie bekräftigt erneut unser Engagement für unsere anhaltende interreligiöse Zusammenarbeit mit christlichen Gruppen, die den fortdauernden einzigartigen Bund zwischen Gott und dem jüdischen Volk bekräftigen.
- Sie verpflichtet sich zu allen würdigen und legitimen Bestrebungen, ein Ende der Leiden des palästinensischen Volkes herbeizuführen, das erreicht werden muss durch Verhandlungen [mit dem Ziel], einen palästinensischen Staat neben und in Zusammenarbeit mit einem sicheren jüdischen Staat Israel.
- Sie fordert unsere Mitglieder auf, sich in dieser Angelegenheit weiterzubilden und in ihrer Region Möglichkeiten zum Austausch von Bedenken hinsichtlich des Kairos-Dokuments mit ihren christlichen Kollegen und Laien zu suchen.

Übersetzung:
Stefan Meißner: Das so genannte „Kairos-Dokument“ der Christen in Palästina. Versuch einer differenzierten Würdigung
Hier der Link:
http://www.christen-und-juden.de/html/kairos_mei.htm


Es erstaunt mich, dass Du als studierter Theologe nichts von Gericht im Zusammenhang mit Jesus weißt. Hier einige Referenzstellen: Matth. 25, 31 ff., Matth. 13, 24-30, Matth. 13, 36-43.
Ich möchte Dich bitten, die Augen nicht vor dem bevorstehenden Gericht zu verschließen.“


24. September 2012
Montag - erneute Reaktion des Theologen

„was verstehst Du denn darunter, dass Jesus alles seinem Vater übergeben wird? Doch sicher nicht, dass wir nicht mehr beten dürfen „denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit“? Paulus schreibt im Korintherbrief nicht, dass Jesus das Zepter abgeben wird sondern er redet von der Hoffnung, dass Herrschaft, Gewalt, Macht und der Tod zunichte gemacht werden. An dieser Hoffnung will ich festhalten auch in einer Zeit, da man ob all der Meldungen von Gewalt und Tod die Hoffnung verlieren möchte. Dazu haben die palästinensischen Christen ein ausgezeichnetes Papier veröffentlicht, das Kairos Papier, in dem sie den Israelis bei allem klaren Nein zur Besatzung die Hand zur Versöhnung bieten. Siehe Beilage. Bitte lies es doch einmal unvoreingenommen.

Zu Deiner Bemerkung, Jesus werde zu seinem Volk, den Juden kommen und Gericht halten: Diese Vorstellung hat überhaupt keine biblische Grundlagen. Sag mir doch bitte, wo Du eine solche Aussage findest! Seit Anbeginn haben Christen, seine Gemeinde, gefleht: Maranatha, Komm, Herr Jesus. Die Behauptung, Jesus werde zum Gericht (über die Ungläubigen, die ungläubigen Juden!) erscheinen ist der Grund, dass der palästinensische lutherische Bischof Munib meines Erachtens zu Recht warnt, all die messianischen angeblich israelfreundlichen Christen seien eigentlich judenfeindliche Häretiker. Die Hoffnung, von der Paulus schreibt ist doch, dass wir alle verwandelt werden, unvergänglich und dass das Vergängliche mit Unvergänglichkeit bekleidet wird. Gott sei Dank, der uns den Sieg gibt, durch unseren Herrn Jesus Christus. (1.Kor.15, 51-57).

Eugen, höre doch auch auf die frohe Botschaft des Evangeliums und nicht auf die Drohbotschaft der Weltuntergangspropheten.“

 
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